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Start 2/2021 RÜCKENGESUND RADELN

RÜCKENGESUND RADELN

von Nicole Bichler
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RAD FAHREN KANN MAN KAUM VERLERNEN. ABER DAZULERNEN, DAS GEHT IMMER: MIT DER ERGONOMISCHEN EINSTELLUNG DES FAHRRADS UND DER RICHTIGEN HALTUNG AUF DEM SATTEL TRITT ES SICH NOCH EINMAL LEICHTER IN DIE PEDALE.

Grafik SattelSATTELFEST

Sattelhöhe

Der Sattel sollte so eingestellt sein, dass das Knie in der untersten Pedalstellung noch leicht angewinkelt ist. Ist er zu hoch, entsteht zu viel Druck auf die Sitzknochen und Zehen. Ein niedriger Sattel bietet zwar die Sicherheit, dass die Füße schnell Halt auf dem Boden finden, wenn es kippelig wird. Aber beim Fahren wird zu viel Druck auf die Gelenke ausgeübt, und es fährt sich deutlich anstrengender.

Beckenstellung

Mitentscheidend für rückengerechtes Sitzen ist die Stellung des Beckens. Es sollte weder nach vorne noch nach hinten abknicken. Das klappt, wenn der Sattel genau waagerecht eingestellt ist.

Sattelfederung

Auch wenn eine gute Haltung schon Stöße abfedert: Ein Sattel mit Federung ist dennoch sinnvoll, um die Bandscheiben zu schonen. Eine Vollfederung ist noch rückenfreundlicher – allerdings nur, solange Sie das Rad nicht tragen müssen. Denn  mit dieser Ausstattung wird der Drahtesel deutlich schwerer.

Flachsattel

Auch wenn ein Sattel mit ausgeprägten Buchten und Erhebungen auf den ersten Blick ergonomischer wirkt – mit einem flachen Sattel fährt es sich auf Dauer besser, denn auf ihm können Sie leichter die Sitzposition wechseln. Und wie auch sonst beim Sitzen gilt: Die beste Position ist immer die nächste!

Sitzhaltung

Bei City- und Trekkingrädern ist die ideale Haltung leicht nach vorne geneigt in einem Winkel von 15 bis 20 Grad. Der Körperschwerpunkt liegt dann auf Höhe der Pedallinie. So haben Sie eine gute Kraftübertragung auf die Beine. Bei einem sehr aufrechten Sitz ist die Kraftübertragung schlechter, und die Rückenmuskulatur kann Stöße weniger gut abfedern. Mit stark vorgebeugtem Rücken fährt es sich am effizientesten – deshalb gehen wir bei Steigungen automatisch in die Rennradposition. Um diese Haltung auf Dauer einzunehmen, benötigen Sie eine starke Rückenmuskulatur.

Grafik FahrradlenkerGUT GELENKT

Taube Hände sind eine häufige „Nebenwirkung” beim Radfahren. Das passiert, wenn zu viel Druck auf ihnen lastet (durch zu weites Vorbeugen), aber auch, wenn sie abgeknickt werden und der Blutfluss behindert ist. Der Lenker sollte deshalb 10 bis 20 Zentimeter höher sein als der Sattel. Günstig ist auch eine eher gebogene Form bei den Lenkergriffen, mit einer breiten Auflagefläche.

Grafik FahrradpedaleTRITTSICHER

Eine lange und gleichmäßige Trittphase ist kraftsparender, als immer wieder kurz zu pausieren und dann neu anfahren zu müssen. Was das Treten erleichtert, ist ein niedriger Gang, in dem Sie eine hohe Trittfrequenz (80 bis 100 Pedalumdrehungen pro Minute) erreichen können.

Grafik LuftpumpeRICHTIGER REIFENDRUCK

Zu wenig Luft im Reifen erhöht den Rollwiderstand und macht das Fahren unnötig schwer. Zu viel Luft behindert zwar nicht das Fahren, schadet aber (wie zu wenig Luft) dem Reifen. Halten Sie sich deshalb an die Luftdruckwerte, die an der Seite des Reifens aufgedruckt sind. Da Reifen im Monat bis zu 0,5 Bar Luft verlieren können, sollten Sie den Luftdruck regelmäßig prüfen und gegebenenfalls nachpumpen. Mit Stand- oder elektrischen Pumpen, die viele Radläden kostenlos zur Verfügung stellen, geht das schnell und mühelos.

Bildnachweis:
iStockphoto/A-Digit, /AvalancheZ, /tarras79, /jacoblund