Schlechter hören, öfter etwas vergessen: Das Älterwerden bringt so manches Unschönes mit sich. Doch wenn die Vergesslichkeit drastisch zunimmt und selbst Namen und Gesichter vertrauter Menschen verblassen, macht diese Aussicht Angst. Die gute Nachricht: Sie können selbst viel dafür tun, Ihr Demenzrisiko zu senken. Ein wichtiger, oft unbekannter, Aspekt dabei ist gutes Hören.
Leider kann nicht jede Demenz verhindert werden, ein internationales Team von Demenzforschenden hat aber Möglichkeiten benannt, um das Risiko zu senken. Den Hörverlust anzugehen, steht dabei weit oben: Rund sieben Prozent aller Demenzfälle gehen rechnerisch auf unbehandelten Hörverlust zurück.
Was hat Hören mit Demenz zu tun?
Menschen, die schlechter hören, müssen viel mehr Energie aufwenden, um Gesprochenes zu entschlüsseln. Das ist Kraft, die den grauen Zellen für Denken und Erinnern fehlt. Die Folge: Gespräche werden anstrengend, gesellige Anlässe werden gemieden. Dadurch fehlen dem Gehirn wichtige Reize und soziale Anregung. Und: Einsamkeit ist ebenfalls ein Risikofaktor für Demenz.
So bekommen Sie ein Hörgerät
Wenn der Hörtest in der HNO-Praxis ergibt, dass Sie ein Hörgerät benötigen, erhalten Sie eine entsprechende Verordnung. Das Gerät wählen Sie anschließend gemeinsam mit dem Hörakustiker aus. Die Kosten für ein Hörgerät variieren je nach Leistungsumfang und individuellen Vorlieben stark. Dabei muss Ihnen aber mindestens ein Gerät zum Festbetrag unserer Kasse angeboten werden. Dafür zahlen Sie nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro je Ohr.
Hörverlust angehen
Altersschwerhörigkeit kommt schleichend. Nur etwa ein Drittel der Betroffenen ist sich der eigenen Hörprobleme bewusst. Viele möchten sich auch nicht eingestehen, dass sie ein Hörgerät brauchen, andere scheuen den Aufwand der Anpassung. Das ist verständlich, dennoch lohnt sich dieser Schritt. Wenn Sie merken, dass Ihr Hörvermögen nachlässt, sprechen Sie mit einem HNO-Arzt und lassen Sie Ihr Gehör regelmäßig prüfen. Wieder gut zu hören, verbessert nicht nur die Lebensqualität, sondern hilft auch, aktiv am sozialen Leben teilzunehmen.
Geduld mitbringen
Ein Hörgerät ist allerdings kein Schalter, der alles sofort richtet. Das Gehirn muss sich erst wieder an Geräusche gewöhnen, die es lange nicht verarbeitet hat. Wer die Geräte täglich trägt statt nur bei besonderen Anlässen, kommt am besten zurecht.
Hörgeräte senkten den geistigen Abbau bei Risikopatienten um 48 Prozent.*
Quelle:* Das ergab die randomisierte Langzeitstudie ACHIEVE (Aging and Cognitive Health Evaluation in Elders)
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