Sonnencreme gehört für viele im Freien ganz selbstverständlich dazu. Trotzdem schleichen sich beim Umgang damit immer wieder Fehler ein. Wenn Sie typische Irrtümer kennen, können Sie Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs wirksam vorbeugen.
1. „Ein bisschen Creme ist besser als gar nichts.“
Ganz so einfach ist es leider nicht, es gilt das Motto: Nur viel hilft viel. Der angegebene Lichtschutzfaktor (LSF) wird nur erreicht, wenn Sie ausreichend Sonnenmilch auftragen. Fachleute empfehlen etwa zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Für den Körper eines Erwachsenen entspricht das rund drei bis vier Esslöffeln. Wer deutlich sparsamer cremt, reduziert den Schutz erheblich, da sonst kein gleichmäßiger Film auf der Haut gebildet werden kann, der die UV-Strahlen absorbiert.
Sonnenschutz aus dem Vorjahr lieber wegwerfen!
Die meisten Sonnenschutzprodukte sind nach dem Öffnen bis zu zwölf Monaten einsetzbar, danach sollte man sie nicht mehr verwenden. Viele Hersteller kennzeichnen die Haltbarkeit mit einem kleinen Symbol eines geöffneten Tiegels und z. B. der Angabe „12 M“.
Alte Sonnenmilch nicht als Pflege nutzen
Manche Menschen verwenden abgelaufene Sonnenmilch aus dem Vorjahr zwar nicht mehr als Sonnenschutz, aber noch als Hautpflege. Das ist nicht empfehlenswert. Sonnenschutzmittel sind keine gewöhnlichen Cremes, sondern komplexe Formulierungen mit aktiven UV-Filtern. Diese können sich mit der Zeit zersetzen oder im Fall von Benzophenonen sogar krebserregend werden. Daher gilt: Entsorgen Sie Sonnenmilch aus dem Vorjahr.
2. „Leichte Bräune schadet nicht.“
Ein blasser Teint wirkt krank oder müde, während leicht gebräunte Haut als vital und erholt gilt. Dieser Eindruck verleitet viele zu der Annahme, ein Hauch von Bräune sei harmlos oder sogar gesund. Aber: Bereits geringe UV-Strahlung kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Um sich zu schützen, bildet die Haut Melanin – ein Pigment, das sie dunkler erscheinen lässt. Die sichtbare Tönung ist somit kein Zeichen von Gesundheit, sondern eine Reaktion auf Belastung. Bräune entsteht als Abwehrmechanismus des Körpers.
3. „Sonnencreme wirkt sofort.“
Wenn Sie sich erst am Strand eincremen und direkt in die Sonne legen, riskieren Sie bereits Hautschäden. Viele chemische UV-Filter benötigen etwa 20 bis 30 Minuten, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Tragen Sie den Sonnenschutz daher am besten schon zu Hause auf, bevor Sie nach draußen gehen.
Bitte nicht vergessen
- Ohren, Nacken und Fußrücken verbrennen besonders schnell.
- Die Einnahme von Medikamenten kann die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Im Zweifel ärztlich beraten lassen.
- Ganz hell oder eher dunkel: Kennen Sie Ihren Hauttyp? Er entscheidet, wie sonnenempfindlich Sie sind. Eine Einteilung finden Sie hier:
www.gesundheitsinformation.de/wie-viel-sonne-ist-zu-viel.html - Kinderhaut braucht speziellen hohen Schutz. Mehr Infos gibt’s beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit:
www.klima-mensch-gesundheit.de/uv-strahlung-und-uv-schutz/eltern-und-kinder/

4. „Nachcremen verlängert die Schutzzeit.“
Nachcremen ist wichtig, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Es setzt die Wirkung jedoch nicht von vorne in Gang. Ihre individuelle Eigenschutzzeit lässt sich nicht beliebig ausdehnen. Zudem nimmt die Wirkung im Laufe des Tages durch Schwitzen, Baden, Abtrocknen oder Reibung an Kleidung ab. Auch „wasserfeste“ Produkte bieten keinen unbegrenzten Schutz.
5. „Die Haut kann man an die Sonne gewöhnen.“
Eine langsame Steigerung der Aufenthaltsdauer verhindert keinen Zellschaden. Jede Rötung ist ein Warnsignal. UV-Strahlung verändert das Erbgut der Hautzellen und erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs. Ein bewusster Umgang mit Sonne bedeutet daher nicht, Ihre Haut „abzuhärten“, sondern sie konsequent zu schützen.
Hautkrebsvorsorge extra für Sie
Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening.
Bei der Untersuchung wird die gesamte Haut auf auffällige Veränderungen geprüft, um Hautkrebs, insbesondere das maligne Melanom, frühzeitig zu erkennen. Das Screening ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und kann in einer hausärztlichen oder dermatologischen Praxis erfolgen.
6. „Im Schatten oder bei Bewölkung brauche ich keinen Schutz.“
Bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen dringen durch Wolken. Und auch im Schatten trifft indirekte Strahlung auf Ihre Haut, etwa durch Reflexion von Wasser, Sand oder hellen Fassaden. Wenn Sie sich länger im Freien aufhalten, sollten Sie daher auch an bewölkten Tagen Sonnenschutz verwenden. Infos über den täglichen UV-Index und die Sonnenbrandgefahr finden Sie unter: www.wetter.de/deutschland/uv-index-karte-deutschland-c49.html
KLICK INS NETZ
Mehr Infos finden Sie hier:
Bundesamt für Strahlenschutz: www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/schutz/sonnencreme/sonnencreme_node.html
Verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/produkte/sonnencreme-worauf-sie-achten-sollten-13710
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