Start 1/2026 Decluttering – Aufräumen für mehr Wohlbefinden

Decluttering – Aufräumen für mehr Wohlbefinden

von Lars Scheumann

Zu viele Dinge können belasten – nicht nur die Wohnung, sondern auch den Kopf. Mit gezieltem Entrümpeln, dem sogenannten Decluttering, bringen Sie Ordnung ins Zuhause und mehr Klarheit in den Alltag.

Ein paar Teller, Tassen oder Pullover mehr im Schrank? Das wirkt harmlos, doch alles, was in unseren Regalen, Schubladen und Schränken lagert, kostet Platz, Zeit und Aufmerksamkeit und damit oft auch Lebensqualität.

Im Schnitt suchen wir bis zu 10 Minuten am Tag nach Gegenständen. Das kann sich im Jahr schnell auf über 60 Stunden summieren, die beim Suchen im Haushalt „verloren“ gehen und mental belasten. Laut Umfragen wünschen sich daher viele Menschen mehr Ordnung und Übersicht.

Warum weniger mehr ist

Decluttering, also das bewusste Ausmisten und Vereinfachen des eigenen Lebens, ist die Lösung. Dabei geht es nicht nur um alte Kleidung oder überflüssige Küchenutensilien. Auch digitale Daten, alte E-Mails oder ungenutzte Abos können zermürben. Wer regelmäßig aussortiert, schafft Platz für Neues und gewinnt ein Gefühl von Leichtigkeit.

Ausmisten tut gut

Weniger Besitz erleichtert außerdem, den Überblick zu behalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Menschen, die sich im Berufs- oder Lebensalltag schnell überfordert fühlen, profitieren oft besonders davon. Für Betroffene mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen kann ein überfüllter Haushalt die innere Anspannung verstärken. Ein reduziertes, gut strukturiertes Umfeld schafft dagegen den mentalen Raum, der für Stabilität und Erholung wichtig ist.

Das alles kann Ballast sein

  • Überflüssige Kleidung, Küchenutensilien und Haushaltswaren
  • Alte digitale Daten, Archive, E-Mails
  • Ungenutzte Abos oder Mitgliedschaften
  • Gegenstände, die seit Jahren nicht berührt wurden.

Entrümpeln schafft Platz im Zuhause und im Kopf.

So starten Sie Schritt für Schritt

Nicht alles auf einmal, nehmen Sie sich kleine, überschaubare Bereiche vor, die Sie ausmisten wollen: eine Schublade, ein Regal oder ein einzelner Schrank. Beim Decluttering, einer Aufräum-Methode, wird dann in drei Bereiche beziehungsweise „Clutter“ aussortiert:

  1. Regelmäßig genutzte Dinge dürfen bleiben und bekommen einen festen Platz.
  2. Sachen, die Sie Jahre nicht genutzt haben, aber lieben und behalten wollen (etwa Erinnerungsstücke, Schmuck) sowie Gegenstände, die Sie aufbewahren müssen (z. B. Dokumentenordner) bleiben ebenfalls.
  3. Alles, was weder genutzt noch geliebt wird – diese Dinge können weg.

Die „Weiß-nicht“-Kiste

Gibt es Dinge, bei denen Sie unsicher sind, ob Sie sie noch brauchen oder ob sie wegkönnen? All diese Gegenstände kommen in eine „Weiß-nicht“-Kiste und werden im Keller verstaut. Bleibt die Kiste zwei Jahre ungeöffnet, entsorgen Sie sie, ohne noch einmal hineinzuschauen.

Die 1/3-Regel

Beim Ausmisten passiert es schnell: Man sortiert fleißig aus und am Ende landet doch wieder alles auf einem Haufen, weil die Zeit fehlt, die Dinge weiterzugeben. Deshalb gilt die einfache 1/3-Regel: Reservieren Sie von Anfang an ein Drittel Ihrer Ausmistzeit dafür, die aussortierten Gegenstände weiterzuleiten. Ob direkt in den Müll, in eine Verschenke-Kiste oder zum Weiterverkauf. So bleibt nichts liegen und der Befreiungseffekt stellt sich wirklich ein.

Die Belohnung: Mehr Leichtigkeit im Alltag

Warum fällt uns loslassen so schwer? Menschen halten oft an Dingen fest, weil sie diese mit ihrer Identität verknüpfen. Besitz erinnert uns daran, wer wir einmal waren, wer wir gegenwärtig sind und auch, wer wir in Zukunft gern sein wollen. Deshalb empfinden viele es als bedrohlich, sich von diesen Dingen zu trennen.

Hier hilft folgende Überlegung: Wer mit leichterem Gepäck durchs Leben geht, gewinnt Raum und Energie für das, was wirklich zählt: Begegnungen, Erlebnisse und lebendige Momente.

Wohin mit aussortierten Sachen?

  • Verschenken über Nachbarschaftsgruppen oder Aushänge im Supermarkt
  • Verkaufen über Onlineportale: z. B. über ebay Kleinanzeigen oder www.rebuy.de
  • „Zu verschenken“-Kiste vor der Haustür
  • Defekte Gegenstände konsequent entsorgen
  • Zum Sperrmüll geben.

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