Start 4/2025 Gut informiert in die neue Lebensphase – Wechseljahre

Gut informiert in die neue Lebensphase – Wechseljahre

von Lars Scheumann

Über die Wechseljahre spricht man nicht? Das war gestern. Heute wissen wir: Dieses Kapitel im Leben einer Frau ist genauso bedeutsam wie die Pubertät – und es lohnt sich, gut vorbereitet hineinzustarten. Die hormonelle Umstellung bringt körperliche und seelische Veränderungen mit sich, die jede Frau unterschiedlich erlebt.

Manche Frauen spüren kaum etwas, andere leiden unter deutlichen Beschwerden – die Symptome der Wechseljahre sind sehr individuell. Für den Körper jeder Frau bedeuten sie jedoch eine wichtige Veränderung. Es lohnt sich, diese zu kennen, denn wer versteht, was passiert, kann gezielt etwas tun, um fit und gesund älter zu werden.

Was sind die Wechseljahre?
Die Wechseljahre – medizinisch Klimakterium – bezeichnen die Zeit der hormonellen Umstellung, in der die Eierstöcke ihre Hormonproduktion (vor allem Östrogen und Progesteron) nach und nach einstellen. Dieser Prozess ist ein natürlicher Teil des Älterwerdens und leitet das Ende der fruchtbaren Lebensphase ein. Zu den typischen Beschwerden gehören:

  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen (Reizbarkeit, Nervosität oder depressive Verstimmungen)
  • Trockenheit der Schleimhäute (z.B. in Scheide oder Augen)
  • Gewichtszunahme
  • Nachlassende Knochendichte (erhöhtes Osteoporose-Risiko)

Vier Phasen

  1. Prämenopause
    Beginnt meist Mitte bis Ende 40. Die Menstruation ist noch regelmäßig, aber Hormonschwankungen können schon erste Symptome auslösen.
  2. Perimenopause
    Etwa ein bis zwei Jahre vor der letzten Regelblutung (Menopause) beginnen Zyklusunregelmäßigkeiten, oft begleitet von Hitzewallungen, Schlafstörungen und vielen anderen Symptomen.
  3. Menopause
    Der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung – im Durchschnitt mit 51 Jahren. Sie wird rückblickend festgestellt, wenn 12 Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist.
  4. Postmenopause
    Die Zeit nach der Menopause, in der die Hormone dauerhaft auf niedrigem Niveau bleiben. Beschwerden lassen oft nach, aber das Risiko für Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Hier finden Sie Unterstützung und Fachwissen:

  • Deutsche Menopause Gesellschaft (DMG) e.V.: Sie ist die zentrale Fachgesellschaft rund um das Thema Menopause. Die DMG bietet umfangreiche Informationen, Leitlinien, Fortbildungen:
    www.menopause-gesellschaft.de
  • Arbeitskreis Frauengesundheit: Gesundheitszentren bundesweit bieten Beratung, Kurse und therapeutische Angebote (u. a. Wechseljahre): www.arbeitskreis-frauengesundheit.de
  • Frauen sichtbar und gesund: Infos und Aktionen zu den Wechseljahren vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention: www.stmgp.bayern.de/meine-themen/fuer-frauen/#toc_Wechseljahre
  • Podcast-Tipp: Hormongesteuert – Der Wechsel-jahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig

Selbstbewusst und informiert
Gut informiert zu sein, nimmt oft die Angst vor dem Unbekannten – holen Sie sich daher verlässliche Informationen. Sprechen Sie außerdem offen mit Ihrem Arzt über Ihre Fragen und Beschwerden und scheuen Sie sich nicht, spezialisierte Zentren aufzusuchen (siehe Kasten). Auch der Austausch mit anderen Frauen in derselben Lebensphase kann entlasten und neue Perspektiven eröffnen. Vor allem aber: Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und gönnen Sie sich regelmäßig Pausen.

Ihr Begleiter durch die Übergangszeit:
die femfeel-App für Sie

2 von 3 Frauen haben während der Wechseljahre Beschwerden. Eine App zum Thema bietet Hilfe zur Selbsthilfe: Der femfeel Präventionskurs für Progressive Muskelentspannung, den wir im Rahmen unserer Gesundheitskurse erstatten, ermöglicht ein einfaches Erlernen von Techniken, um die Herausforderungen der Wechseljahre leichter zu bewältigen. Die zahlreichen Angebote aus der femfeel-App rund um das Thema Wechseljahre ergänzen diesen Kurs optimal mit Wissenselementen rund um Ernährung, Schlaf oder auch Sexualität. Mit kurzen, effektiven Einheiten bietet femfeel hier einen echten Mehrwert für jede Frau.

Anmeldung und Infos finden Sie hier: https://www.femfeel.de

Was hilft? Möglichkeiten zur Linderung

  1. Lebensstil & Selbstfürsorge
    • Bewegung: Mindestens 30 Minuten täglich – ideal sind Ausdauersportarten wie Walking, Schwimmen oder Radfahren.
    • Ernährung: Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, gesunde Fette – und kalziumreiche Lebensmittel für starke Knochen.
    • Stressabbau: Yoga, Meditation oder Atemübungen helfen, das Nervensystem zu beruhigen.
  2. Pflanzliche Präparate: Präparate mit Rotklee, Traubensilberkerze oder Soja-Isoflavonen können milde Beschwerden lindern – am besten nach ärztlicher Beratung.
  3. Medizinische Therapie: Bei starken Symptomen kann eine Hormonersatztherapie (HRT) helfen. Sie sollte individuell und nach sorgfältiger Abwägung der Risiken erfolgen. Alternativ stehen nicht hormonelle Medikamente zur Verfügung.

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